Stephan Maus

Heimatkunde

Was passiert eigentlich, wenn ein Land plötzlich gar keine Grenzen mehr hat? Nun, es entsteht ein neues Land. Bayern zum Beispiel.

Nach dem Abzug der römischen Grenzsöldner und der romanischen Bevölkerung aus dem Alpen- und Voralpenraum entstand ein Siedlungsvakuum auf dem Gebiet des heutigen Oberösterreich.

Hier siedelten sich die unerschiedlichsten Stämme an: ostgermanisch-gotische Clans, vagabundierende Elbgermanen, westlich-merowingische Migranten, Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Alemannischen, subsidiäre Familiennachzügler aus dem Fränkischen, dazu thüringische und langobardische Volkssplitter.

Die verbliebenen römischen Grenzsöldner schoben niemanden ab, sondern vermischten sich fröhlich mit den Asyltouristen. So entstanden Schuhplattler, Schweinshaxe und Oktoberfest.

Dr. Herwig Wolfram, Professor für mittelalterliche Geschichte, nannte die Bajuwaren schlicht „Findelkinder der Völkerwanderung”. Fest steht: Ganz Bayern ist das Ergebnis einer anarchistischen “No Borders, No Nations”-Politik.