Vor 50 Jahren erschoss sich Ernest Hemingway. Seit einem halben Jahrhundert versuchen Kritiker und Biographen zu erklären, warum dieser energiegeladene Autor den Lebenskampf aufgab. Beim Anblick der Regale voller verschwafelter Hemingway-Literatur wurde schnell klar, dass eine Geschichte über den Schriftsteller keine weitere Exegese seines Werkes oder seiner Psyche sein durfte. Außerdem sollte es ein Text sein, der mit nicht allzu geschwollenen Eiern und einigermaßen kontrollierter Testosteronausschüttung geschrieben ist. 50 Jahre Hemingway Write-Alike Contest haben schon genug Journalisten versaut.
"Hemingways 50. Todestag: "37 Stufen bis..." vollständig lesen »Do, 30. Juni 2011
Hemingways 50. Todestag: "37 Stufen bis zum Waffenschrank" (stern, 27/2011)
Di, 31. August 2010
Star-Pianist Lang Lang in 3D im Berliner In-Club Berghain
Am Wochenende fummeln und kopulieren sie in dieser Nische wieder, verschwitzte, zugedröhnte Clubber. Heute liegt hier der erfolgreichste Pianist der Welt auf einer Ledercouch und macht ein Nickerchen. Lang Lang sammelt Kräfte für den ersten Satz von Beethovens Klaviersonate Nr. 23 in f-Moll op. 57. “Appassionata”. Die Leidenschaftliche.
Auf seiner Nase eine verrutschte 3D-Brille. Vor ihm auf dem Kontrollmonitor ist der Starpianist beim Klavierspiel zu beobachten. Betrachtet man die Aufzeichnung ohne 3D-Brille, zerlaufen die Konturen in allen Regenbogenfarben.
"Star-Pianist Lang Lang in 3D im Berliner..." vollständig lesen »Mi, 11. August 2010
Top-Terrorist Carlos, der Schakal, exklusiv im „stern“: „Im Kampf war ich zu tolerant“
Als ich in der französischen Presse lese, der wegen mehrerer Morde zu lebenslanger Haft verurteilte Terrorist Ilich Ramírez Sánchez alias "Carlos, der Schakal" habe versucht, gerichtlich gegen Olivier Assayas' großartigen dokumentarischen Spielfilm „Carlos, der Schakal" vorzugehen, vermute ich, dass der ehemalige Top-Terrorist Redebedarf hat. Vielleicht ließe sich Carlos zu einer Stellungnahme zur Verfilmung seines Lebens bewegen. Vielleicht ließe sich diese Stellungnahme sogar zu einem Gespräch über jahrzehntelanges Morden ausweiten.
Ich versuche, seine Pariser Anwältin Isabelle Coutant-Peyre dafür zu gewinnen, den Kontakt zu ihrem Klienten herzustellen, der in einem Hochsicherheitsgefängnis im französischen Poissy sitzt. Mme Coutant-Peyre ist nicht nur der Rechtsbeistand des Terroristen, sondern auch seine Lebensgefährtin. Während des Prozesses verliebte sie sich in ihren Klienten. Seitdem führen die beiden eine Beziehung durch Panzerglas. Isabelle Coutant-Peyre schätzt vor allem die "natürliche Autorität" ihres Lebensgefährten.
Die bekomme auch ich bald zu spüren. Carlos ist misstrauisch. Er bittet um sämtliche "stern"-Artikel, die jemals über ihn erschienen sind. Er sitzt seit 16 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis. Natürlich darf er keine Interviews geben. Doch Verbote haben ihn noch nie interessiert. Um Mittelsmänner zu schützen, müssen die genauen Umstände des Gespräches im Dunkeln bleiben.
"Top-Terrorist Carlos, der Schakal, exklusiv im..." vollständig lesen »Di, 8. Juni 2010
Gaza-Blockade: Henning Mankells Schiffstagebuch
Als am 20. Mai die Meldung kam, der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell wolle zusammen mit 500 weiteren Aktivisten versuchen, an Bord einer Solidaritätsflotte die israelische Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen, dachte ich erst: "Nun ja, der gute Mensch von Göteborg schon wieder. Wahrscheinlich hat er eine Doppelkabine mit Bono von U2."
Einen Kaffee später dachte ich: "Protest-Frachter, seltsame Aktivisten, Mondschein auf nächtlichem Mittelmeer, Gaza, Israel, Hamas und Mossad. Und mittendrin Mankell, der gerade erst in seinem jüngsten Roman "Der Feind im Schatten" seinem Kommissar Wallander für immer Adieu gesagt hatte. Da kommt doch schon ganz gut was zusammen. Das ist doch eine tolle Geschichte."
Ich griff zum Telefon. Ich wollte unbedingt mit Mankell nach Gaza. Ich sah mich schon bei gemäßigtem Seegang mit dem Bestsellerautor über den Abschied von seinem Alter Ego plaudern, über politisches Engagement und Gutmenschentum, während im frühmorgendlichen Glast am Horizont das Gelobte Land langsam Form annahm. Und wer weiss, was beim Durchbrechen einer Seeblockade noch so alles passieren konnte. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um mit Mankell zusammen an Bord des schwedischen Schiffes zu kommen. Erst sah es auch ganz gut aus. Doch schließlich hieß es: "Kein Platz mehr. Sorry, nichts zu machen."
"Gaza-Blockade: Henning Mankells Schiffstagebuch" vollständig lesen »Fr, 19. Februar 2010
Blogger Airen: Hegemanns Buch "hat seinen Erfolg verdient"
Für eine Geschichte über Helene Hegemanns Debütroman "Axolotl Roadkill" (siehe "stern", Heft 9/2010) habe ich u.a. auch ein Mail-Interview mit dem anonymen Blogger Airen geführt, von dem Hegemann gut zwei Dutzend Sätze abgeschrieben hat.
Hier die Pressemitteilung:
"Blogger Airen: Hegemanns Buch "hat seinen..." vollständig lesen »Do, 7. Januar 2010
Peter Sloterdijk führt deutsches Steuersystem auf falsches Menschenbild zurück
Der Philosoph Peter Sloterdijk ist viel rumgekommen. Unter anderem hat er auch einige Schnuppermonate im aufgekratzten Umfeld von Baghwans Ashram in Poona verbracht. Baghwans Gruppentherapien waren berüchtigte Zusammenkünfte, wo man mit allen Mitteln versuchte, sich gegenseitig zur Schnecke zu machen – um der Erkenntnis Willen natürlich.
Ähnlich verlief dann auch mein Besuch bei Sloterdijk zuhause in Karlsruhe. Irgendwann hielt mir der Philosoph Lektüredefizite und Dummheit vor und murmelte, er wolle doch nur mein Bestes. Nämlich, dass ich Fortschritte in dem schwierigen Metier des Journalismus' mache. Üben, üben, üben also. Sloterdijks Mantra seit der Veröffentlichung seines Werkes "Du mußt dein Leben ändern" (Suhrkamp, 2009).
Das Ergebnis meiner tastenden Versuche in der Kunst des Interviews ist im "stern" nachzulesen (Heft 02/2010).
Bevor ich nun eifrig weiter Journalismus übe, hier noch schnell die "stern"-Pressemitteilung:
"Peter Sloterdijk führt deutsches Steuersystem..." vollständig lesen »So, 1. November 2009
"stern" lüftet Geheimnis von Stieg Larsson – Schweres Schuldgefühl belastete Bestsellerautor bis zu seinem Tod
Im Oktober 2009 war ich eine Woche in Stockholm und Umeå und habe mit Angehörigen und Freunden des verstorbenen schwedischen Autors Stieg Larsson gesprochen. Die Geschichte erschien im "stern" (Heft 45/2009). Dies ist die Pressemitteilung:
Hamburg (ots) – Der verstorbene schwedische Thriller-Autor Stieg Larsson erschuf seine erfolgreiche “Millennium”-Trilogie aus einem tief verborgenen Schuldgefühl heraus: “Als Stieg ein junger Mann war, wurde er Zeuge, wie drei seiner Freunde ein junges Mädchen im Flur eines Studentenheims brutal vergewaltigten”, sagte Larssons bester Freund, der Journalist Kurdo Baksi, in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. “Er ist nicht eingeschritten. Hat sie einfach machen lassen. Er hat alles gehört. Das konnte er sich sein Leben lang nicht verzeihen”, sagte Baksi, der seit 1989 mit Larsson befreundet war und ihn als erster am Totenbett besuchte. Das Mädchen sei erst 18 Jahre alt gewesen.
Für Larsson, der 2004 verstarb, war das Schreiben nicht nur Therapie, sondern auch Fortsetzung seines lebenslangen Kampfes gegen Neonazis. Obwohl der Autor und ruhelose Antifa-Aktivist den Welterfolg seiner posthum veröffentlichten Thriller nicht mehr miterleben durfte, war er sich seiner Talente durchaus bewusst, wie Larssons enger Mitarbeitet Mikael Ekman dem Magazin erzählte. Als die beiden mittellosen Journalisten auf ihre Rente zu sprechen kamen, habe Larsson gesagt: “Ich schreibe ein paar Bücher und werde Multimillionär.”
Sa, 29. August 2009
Mit Jon Krakauer in den Rockies
Im Sommer 2009 besuchte ich den amerikanischen Schriftsteller und Bergsteiger Jon Krakauer ("Into the wild" (1996), "Into thin air" (1997)) in Boulder, Colorado, an der Grenze zu den Rocky Mountains. Wir sprachen über sein neues Buch "Auf den Feldern der Ehre - Die Tragödie des Soldaten Pat Tillman" (Piper, 19,95 Euro) und seine Recherchereisen nach Afghanistan.
Nach dem Interview machte der Fotograf Don Cudney Porträtbilder von Krakauer auf Flagstaff Mountain, dem Trainingsberg des Extremschriftstellers: regelmäßig fährt Krakauer mit dem Fahrrad auf den Gipfel. Und mehrmals pro Woche erprobt er in den umliegenden Felsformationen seine Kletterkünste. Die Krakauer-Geschichte erschien im "stern" (Heft 40/2009).
Cudney hielt die neblige Fotositzung in dem folgenden Video fest:
Di, 23. Juni 2009
David Carradines rätselhafter Tod: Bill killed Bill (stern)
In "Kill Bill" feierte der Schauspieler ein furioses Comeback. Nun starb David Carradine in Bangkok – unter Umständen, die Tarantino nicht greller hätte inszenieren können.
Gedruckt im "stern" (Heft 25/ 2009) oder unter folgender Internetadresse:
Di, 2. Juni 2009
"Michel Houellebecq ist ein gottverdammter Motherfucker!" - Iggy Pop im Interview (stern)
"Iggy Pop ruft Sie unter Ihrer Büronummer an", mailte der Mann von der Plattenfirma. Und dann diese Stimme: "Hi Stephan, this is Iggy. How are you?" Der Anruf meines Lebens. Gedruckt im "stern" (Heft 22/ 2009) oder unter folgender Internetadresse:


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