Das iPad hält er für eine Totgeburt und Raubkopien versteht er als legitime Steuer auf Ruhm. Der kanadische Internet-Guru Cory Doctorow ist einer der einflussreichsten Blogger der Welt. Er nutzt konsequent die Gesetze des Netzes, um Geld zu verdienen.
Fr, 16. April 2010
Cory Doctorow: Der Daniel Düsentrieb des Digitalzeitalters
So, 23. März 2008
William Gibbson: Hausbesuch beim Erfinder des Cyberpunk (stern)
Den amerikanischen Schriftsteller William Gibbson besuchte ich in seiner Wahlheimat Vancouver. Ich übernachtete in einem Hotel in dem gigantischen Kongress-Center an der Waterfront in Downtown. Das futuristische Gebäude stand auf den alten Piers B und C. Es war 1986 für die Weltausstellung in Form eines riesigen Schiffes mit einer segelförmigen Dachkonstruktion erbaut worden.
Am Morgen vor dem Interview-Termin trieb mich der Jet Lag um halb sieben aus dem Bett. Ich fuhr mit dem Aufzug hinab und ging noch vor dem Frühstück an der Waterfront spazieren. Die Kulisse war überwältigend. Ruhig lag das Burrard Inlet vor mir. Tuckernd löste sich ein Wasserflugzeug von einer schwimmenden Tankstelle, startete und verschwand hinter dem Hausberg Mount Seymour. Nordwestlich lag Stanley Park mit seinen riesigen alten Bäumen und seinen bunten Totempfählen. Am Tag zuvor war ich dort durch das Dickicht ineinander verkanteter, vermodernder Stämme gestrauchelt.
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Alban Nikolai Herbst: "Buenos Aires. Anderswelt"
Das Oktopus-Opus
Alban Nikolai Herbsts kybernetischer Roman "Buenos Aires. Anderswelt" (NZZ, 01.11.01)
Der Ex-Broker Hans Erich Deters sitzt im Café „Silberstein“ in Berlin Mitte und wartet auf eine Frau. In dem real existierenden Szene-Laden gibt es experimentell zusammengeschweisste Sitzgelegenheiten, einen importierten Sushi-Koch und einen imaginierten Zugang zu einer phantastischen Gegenwelt: Alban Nikolai Herbsts „Anderswelt.“ Die Schnittstelle zu dieser Parallelwelt hat Deters absorbiert, zellularmagnetisch angesaugt oder aus der Realität katapultiert, die genaue technische Prozedur ist etwas verwirrend. Nun beginnt eine Odyssee durch das Wunderland jenseits des Sushi-Tresens.
"Alban Nikolai Herbst: "Buenos Aires...." vollständig lesen »Do, 3. Mai 2001
Tobias O. Meissner: "Neverwake" (NZZ)
Das Wunderland hinter dem Flachbildschirm
Tobias O. Meissners Virtuality-Fiction "Neverwake" (NZZ, 03.05.01)
Der Berliner Autor Tobias O. Meissner verfolgt eine verwirrende Publikationsstrategie. Im Herbst 2000 veröffentlichte er mit seinem Roman „Todestag“ ein Werk, dessen Programm die Repolitisierung des Erzählens war und den Lesern vom Verlag als Renaissance der engagierten Literatur angeboten wurde. Pünktlich zum mythischen Kubrick-Jahr 2001 erscheint nun mit dem Roman „Neverwake“ eine Genre-Fantasie über digitale, eskapistische Jugendkulturen, die spielerisch den Cyberspace kartographiert. In „Todestag“ wird ein fiktives Attentat auf den Bundeskanzler verhandelt. In „Neverwake“ lassen minderjährige Helden die Schutzschilder feindlicher Raumschiffe unter dem Dauerfeuer ihrer Laser-Kanonen zerschmelzen und ziehen in wendigen Raumgleitern elegante Bahnen durch simulierte Welten. Meissner tritt durch den Flachbildschirm ins Wunderland. Nach Littérature engagée nun also Cyberpunk. Ein solch gegensätzliches Programm ist zumindest ungelesen in der jüngeren deutschen Literatur.
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