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"Michel Houellebecq ist ein gottverdammter Motherfucker!" - Iggy Pop im Interview (stern)

"Iggy Pop ruft Sie unter Ihrer Büronummer an", mailte der Mann von der Plattenfirma. Und dann diese Stimme: "Hi Stephan, this is Iggy. How are you?" Der Anruf meines Lebens. Gedruckt im "stern" (Heft 22/ 2009) oder unter folgender Internetadresse:

Interview mit Iggy Pop (stern.de)

Raphaël Enthoven: Er war Carla Brunis Liebesteufel (stern)

Ja, so eine Überschrift wollte ich schon immer mal haben. Dafür erwies sich der französische Philosoph Raphaël Enthoven als richtiger Mann. Er empfing mich in seiner Pariser Dachwohnung im 14. Arrondissement, hinter dem Cimetière Montparnasse.

Enthoven und seine Frau aßen gerade zu Mittag. Nachdem ich gebeten wurde, mich zu ihnen an den Tisch zu setzen, fragte mich seine Frau, für welches Blatt ich arbeite. "Stern?" Kenne sie nicht. "Was, kennst Du nicht?", fragte Enthoven mit theatralischer Verve. "Das ist eine Mischung aus 'Express' und 'Paris Match'." Eine bessere Beschreibung des "stern" hatte ich noch nicht gehört. Und etwas später ermöglichte sie mir eine willkommene Überleitung:

"Raphaël Enthoven: Er war Carla Brunis Liebesteufel (stern)" vollständig lesen

Skiwandern im Sarek-Nationalpark (stern)

Tarrekaise-Massiv am Rande des Sarek (Foto: Oliver Soulas)

Diese Geschichte begann in der nordschwedischen Stadt Luleå. Dort sollte ich den Fotografen treffen und den Guide, der uns auf Tourenskiern durch die Wildnis des Sarek leiten würde. Luleå lag im Klammergriff des meterdick zugefrorenen Bottnischen Meerbusens. Im Landeanflug lag die verschneite Landschaft mit ihren vom Wind schwarz gebürsteten Birken wie eine Radierung dar.

Kaum angekommen, ging ich aufs Eis vor Luleå, um meine Winterausrüstung zu testen. Freundliche Rentnerpaare zogen pfeilschnelle Bahnen auf sauber gefegten Eisbahnen, die kilometerweit übers Meer führten. Auf einer vorgelagerten Insel fand ich eine öffentliche Feuerstellen und kleine Hütten, in denen Brennholz für jedermann lagerte. Metallsäge, Holzblock und frisch geschärfte Axt lagen bereit.

Ich sägte und spaltete Holz und legte es in die Glut, die Spaziergänger in dem gemauerten Rund zurückgelassen hatten. Ich probierte meinen neuen Kompass aus und sah ehrfurchtsvoll in Richtung Nordwesten, wo 300 Kilometer weiter der Sarek lag, wo wir eine Woche lang skiwandern wollten. Ich zog die Handschuhe aus und rieb ich mir die Hände über dem Feuer.

Die Reisegeschichte erschien im "stern" (Heft 02/2009) und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

Zu kalt um wahr zu sein (stern.de)

Roberto Saviano zu Gast bei der Stockholmer Literaturnobelpreis-Jury (stern)

"Mein Killer wird eher sterben als ich"

St.Georg und der Drache in Gamla Stan, Stockholm (Foto: Maus)

Nachdem ich den von der Camorra bedrohten Schriftsteller Roberto Saviano schon im Sommer 2008 in Neapel getroffen hatte (Portrait siehe hier), um mit ihm über sein Leben auf der Flucht zu sprechen, traf ich ihn im Winter desselben Jahres noch einmal in Stockholm.

Für den untergetauchten Saviano wurde es immer enger in seiner Heimat. Während eines Camorra-Prozesses waren konkrete Mordpläne gegen ihn aufgeflogen. Die Camorra bereitete ein Sprengstoffattentat auf seine gepanzerten Wagen vor, die ich im Sommer in den Gassen der neapolitanischen Altstadt gesehen hatte.

Aus Solidarität hatte ihn die Literaturnobelpreis-Jury nach Stockholm eingeladen. In der italienischen Presse hiess es, der Autor sei verzweifelt und wolle Italien endgültig verlassen. Doch in Stockholm traf ich auf einen kämpferischen Saviano.

Unser Gespräch erschien im "stern" (Heft 50/2008) und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

Interview mit Roberto Saviano (stern)

10 Philosophen im Praxistest (stern)

Nichts zählt mehr im modernen Magazinjournalismus als der Nutzwert. Das Magazin ist das Reich des Service-Kastens und des Großen Zoo-Tests. Vor allem in Zeiten der Krise sucht der Mensch nach Orientierung. Genau der richtige Moment, die großen "Denker des Abendlandes" (Bugs Bunny) einem Praxistest zu unterziehen.

Meine philosophischen Vignetten erschien im "stern" und finden sich auch unter folgender Internetadresse:

Philosophie: 10 Denker kompakt (stern.de)

Portrait: Roberto Saviano (stern)

Allein gegen die Mafia

Blick über Neapel auf Vesuv (Foto: Maus)

Seitdem Roberto Saviano mit seinem Doku-Roman "Gomorrha" die Machenschaften der neapolitanischen Mafia, der Camorra, einem breiten Publikum bekannt gemacht hat, ist sein Leben in Gefahr. Nach mehreren Todesdrohungen steht er unter Polizeischutz.

Mein Gespräch mit dem untergetauchten Schriftsteller fand in Neapel statt. Die Vorbereitungen zu dem Treffen waren so konspirativ, dass ich immer paranoider wurde. Nach der Lektüre des Romans und der Dokumentation denkt man, die Camorra würde einem bei Aldi auflauern, nur um das Interview mit ihrem größten Feind zu verhindern.

Am Flughafen von Neapel scheint mir dann jeder Taxifahrer ein gedungener Camorra-Killer zu sein. Einmal auf der Autobahn Richtung Innenstadt, warte ich nur darauf, daß mein Fahrer eine Ausfahrt ins Niemandsland nimmt, wo ich dann zwischen Bauschutt im Staub niederknien muss. In meinem Kopf laufen Szenen ab wie aus Matteo Garrones ausgezeichneter Verfilmung von Savianos Buch.

"Portrait: Roberto Saviano (stern)" vollständig lesen

Interview: Isolde Ohlbaum (stern)

In der Antike durfte der erfolgreiche Dichter zum Bildhauer, der dann den Marmorstaub fliegen liess. Heute darf der Lorbeerbekränzte zu Isolde Ohlbaum. Die erfolgreichste Autorenfotografin Deutschlands hat unser Bild der Literatur geprägt. Es ist ist ein ziemlich marmornes Bild. Autorenbilder von Isolde Ohlbaum gehören zum deutschen Literaturbetrieb wie Pinot Grigio, Preisverleihungen in Stadtsparkassen-Foyers und öffentliche Lesungen in Bahnhofsbuchhandlungen.

Man darf vermuten, dass Isolde Ohlbaums Autorenporträts einer der Gründe waren, warum sich Benjamin von Stuckrad Barre und Christian Kracht in den Hochzeiten der deutschen Pop-Literatur für eine Werbekampagne ablichten liessen. Sie haben viel Spott dafür geerntet. Aber ist es nicht viel lächerlicher, in irgendeinem Rosengarten eines Provinzschreiberanwesens für Isolde Ohlbaum sein weihevollstes Sonntagsgesicht aufzusetzen?

Isolde Ohlbaum: "Es gibt viel zu viele Autoren" (stern.de)