Schwarze Limousine, weiße Nuckelpinne
Die Wiedergeburt von Lady Di: Der 31. Tag des Monats August von Laurence Cossé (SZ, 06.03.06)
Am 31. August 1997, kurz nach Mitternacht, wann sonst, raste ein schwarzer Mercedes gegen einen Pfeiler des Pariser Almatunnels. Im Fond saßen der ägyptische Milliardär Emad, genannt Dodi Al-Fayed, und Lady Spencer, Princess of Wales, genannt Lady Di. Dodi and Di died, die Parzen texten kalauernde Boulevard-Schlagzeilen. Das Leben der ehemaligen Kindergärtnerin Spencer war ein sagenhafter Schundroman, den weder Seiten-, Decken- noch Frontalairbag hätten retten können, und hätte ihn nicht die Wirklichkeit geschrieben, sondern ein Schriftsteller, kein halbwegs zurechnungsfähiger Verlag hätte ihn gedruckt. Königin der Herzen, arabischer Märchenprinz, Chauffeur mit Prozac und Whiskey im sündigen Blut, nächtliche Flucht aus dem Ritz, Tod am Ufer des Flusses aller Liebenden, im Blitzlichtgewitter der Paparazzi verwandelt sich die Seine in den Styx, Verschwörungstheorien sonder Zahl, zum Abspann klimpert Elton John „Candle in the wind“: Herr, hilf! Es gibt wohl wenige Themen, mit denen man einen Roman krachender gegen die Wand fahren kann.
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