Skip to content

Reinhold Messner und der Yeti (Hessischer Rundfunk)

Eine Fantasie über Reinhold Messners Bericht "Yeti. Legende und Wirklichkeit" (Hessischer Rundfunk, 20.01.99)

„Wenn ich an dieser Geschichte nicht irre werden wollte, mußte ich wieder in die Berge gehen.“
Reinhold Messner

Fahrplanmäßig transportieren Züge gelbe Lichterquader durch unsre Nächte, schlagen altmodisch Funken aus den Schienen oder hängen trendbewußt in einem schwer verständlichen Magnetfeld. Mit parabolrunden Ohren horchen unsere Fassaden ins geschwätzige All, unsere Antennen stochern in der Atmosphäre nach einem Happen Sensation. Wenn´s hochkommt, bellt mal in der Ferne ein Hund. Aber auch das meist nur in der engagierten Nachkriegsliteratur. Willst du was wirklich Neues, kaufst du dir die Ritter Sport Knusperkeks. Mach deinen Abwasch und schließ die Wohnzimmertür, bevor du deine Schokolade ißt; sie schmeckt dann besser als mit schmutzigem Geschirr und offener Tür im Rücken. Beschlägt uns die Brille bei plötzlichem Temperaturumschwung allzu lästig, satteln wir auf Kontaktlinsen um. Und immer wieder transportieren Züge gelbe Lichterquader durch unsre Nächte.

"Reinhold Messner und der Yeti (Hessischer Rundfunk)" vollständig lesen

30 Jahre 68

Rainer Langhans traf sich mit einigen Weggefährten im Berliner Tempodrom (Hessischer Rundfunk, 31.08.98)

Eine Splittergruppe der 68er-Bewegung und ihr Ex-Kommunarden-Commandante Rainer Langhans hatten gute Laune. Sie nannten sich „Die Zuversichtlichen“, bildeten einen „Wohlfühlausschuß“ und wollten „die Auflösung des Staus“ feiern. Statt zum Jahresball der ADAC-Staumelder zu gehen, richteten sie ein Fest aus. Namensgeber war der stadtbekannte Bundespräsident Roman Herzog, der auf einer Marketing-Veranstaltung des Berliner Luxushotels Adlon umstürzlerisch forderte, ein Ruck müsse durch die Gesellschaft gehen, zwo, drei, vier, sdada, tirallalla. Der Che ist tot, Roman lebt, dachte die Splittergruppe, zwo, drei, vier, sdada, tirallalla, und nannte ihr Fest „Ready to Ruck.“ Am Samstag sollte es im Berliner Tempodrom den „Großen Potlatsch“ geben.

"30 Jahre 68" vollständig lesen

Arno Funke oder Der Verbrecher als Künstler

1988 erpreßt Arno Funke das KaDeWe und erhält 500 000 DM. Im Laufe der Jahre 1992-1994 versucht er unzählige Male, den Karstadt-Konzern zu erpressen, indem er in verschiedenen Filialen Bomben explodieren läßt. Niemand wird ernstlich verletzt. Funke organisiert unter dem Pseudonym Dagobert teils sehr originelle Geldübergaben, die allesamt scheitern. Er wird 1994 verhaftet und 1996 zu neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt, die er zur Zeit in der JVA Plötzensee verbüßt. Man stellt heute Forderungen von insgesamt ca. 5 000 000 DM an ihn.

"Arno Funke oder Der Verbrecher als Künstler" vollständig lesen