Skip to content

Essai über die Open-Source-Kultur (SZ)

Veitstanz der ikonoklastischen Teufel auf dem Gerätepark

Mit Open Source Software gegen die digitale Unmündigkeit (SZ, 12.04.05)

Jetzt locken sie wieder megahertzzerreißend, die neuesten Chips. Jetzt säuseln sie wieder sirenengleich aus ihrem Gehäuse, die schnellsten Festplatten. Jetzt flüstern uns die Lüfter wieder neue Begehren ein, und die WLAN-Funkwellen verdrehen die Moleküle in unserer Hirnflüssigkeit.

"Essai über die Open-Source-Kultur (SZ)" vollständig lesen

Literaturpreise nein danke! (SZ)

Eine Polemik

Literaturpreise, das versteht sich von selbst, sind lächerlich. Stipendien ebenso. Hätte Heinrich Heine den Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung entgegen genommen? Borges den Bremer Literaturpreis? Hätte Nabokov in Klagenfurt gelesen? Hätte sich Gerhart Hauptmann ins Esslinger Bahnwärterhäuschen zurückgezogen, um seinen Thiel zu schreiben? Hätte sich Rimbaud für drei Monate mit zehn weiteren Dichtern in der internationalen Künstlerkolonie Schloß Wiepersdorf einquartieren lassen? Eben.

"Literaturpreise nein danke! (SZ)" vollständig lesen

Bericht von der 7. internationalen Erotikfachmesse "Venus" (SZ)

Shuttle-Bus von Sodom nach Gomorra

Der Funkturm auf dem Berliner Messegelände schickt Gedankenwellen in Richtung Pariser Eiffelturm. Der große Bruder ist weit weg, doch Berlin will auch mal sündig sein. Vier Tage lang. Am Rande der Stadt, zwischen Autobahndreieck, Lärmschutzmauern und Zentralem Omnibusbahnhof ballt sich der Sex. Auf dem Messegelände tagte vom 16.-19.10.03 zum siebten Mal die Venus, Deutschlands größte Erotikfachmesse. O Schaumgeborene, wer hat dich im Speckgürtel stranden lassen? O Aphrodite, denk an deinen Messeausweis.

"Bericht von der 7. internationalen Erotikfachmesse "Venus" (SZ)" vollständig lesen

Bericht vom Chaos Communication Camp 2003 (SZ)

Pack den Datenhandschuh ein

Der Chaos Computer Club versammelt die internationale Hackerszene am See (SZ, 12.08.03)

Am Anfang war das Chaos, und das Chaos lag am GPS Target Waypoint N 52.57959 E 13.69414. Der Chaos Computer Club hatte die internationale Hackerszene in sein Chaos Communication Camp in der Nähe von Berlin geladen. Wüst und leer ist es da draußen an den siebenstelligen Target Waypoints. Plötzlich ist Berlin zu Ende, und das sonnenverbrannte Brandenburger Land liegt so flach und flirrend vor einem wie ein heiß gelaufenes Motherboard, auf dem nur hier und da einzelne Backsteinbauernhöfe liegen wie nachdenklich brütende Mikrochips. Einer davon ist der Paulshof, der in großem Stil auf Pferde setzt.

"Bericht vom Chaos Communication Camp 2003 (SZ)" vollständig lesen

"Matrix" und der Kung Fu-Boom (SZ)

Gott, die Knochenbrecher kommen! (SZ, 24.05.03)

Seit einigen Jahren trainiere ich Kung Fu. Als ich mich eines Morgens zu steif fühlte, um an die Computer-Kabel unter meinen Schreibtisch zu kommen, mußte Bewegung her. Das Modem war nicht richtig eingestöpselt, das Mauskabel hatte sich verheddert, und ich kam nicht mehr an die Matrix. Zu starr für die Matrix. Also Sport. Ich mag keine Trompeten, Jazz-Tanz fiel also aus. Ich wohne in der Stadt, bin ziemlich eitel und finde es unelegant, mit schmerzverzerrtem Gesicht auf fremde Passanten loszustürmen. Joggen ging also auch nicht. Außerdem bekommt man davon graue Haare, einen Dreiteiler mit Siegelring und verrät die Ideale seiner Jugend, wie Joschka Fischer beweist. Solche Nebenwirkungen sind mir zu gefährlich. Sport soll heilen, nicht noch kranker machen. Da ich als nervöser Charakter mit einem leichten Hang zur Hyperaktivität und einer kontrollierbaren, aber merklichen Schilddrüsenüberfunktion schon immer anfällig für den ruhigen Charme des Buddhismus war und gleichzeitig auch die durchtrainierten Dialoge asiatischer Action-Filme sehr zu schätzen weiß, paßte Kung Fu eigentlich ganz gut. Ich war reif für Meister Lee.

""Matrix" und der Kung Fu-Boom (SZ)" vollständig lesen

Hommage auf François Rabelais anläßlich seines 450. Todestages (FR)

Vaterriese Gargantua und Sohnesriese Pantagruel sitzen an einem üppig gedeckten Frühstückstisch, der aus dreiunddreißig Hektar guten savoyischen Tannenwaldes gezimmert ist. Sie trinken Kaffee mit pasteurisierter Einhornmilch (Vollfettstufe) aus einem Trinkwasserreservoir, das Pantagruel bei seiner Eroberung von Neu Delhi vom Dach eines dachsfrechen Immobiliennabobs heruntergerissen hatte. Der Nabob war ein unziemlicher Scheißdochdrauf gewesen, dem Pantagruel unter einer Yuccapalme die Leviten gelesen hatte. Eine Vogelspinne war einziger Zeuge des Duells gewesen. Die ehrbaren Bürger Neu Delhis hatten es dem tapferen Pantagruel gedankt, sie von sämtlichen Slumtyrannen befreit zu haben, denn diese Nabobs waren ihnen eine Stadtplage gewesen.

"Hommage auf François Rabelais anläßlich seines 450. Todestages (FR)" vollständig lesen

Ortstermin: Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (WDR)

Himmelfahrten

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2002 (WDR, „Kritisches Tagebuch“, 07.05.02; FAZ, 08.05.02)

„Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr uns sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird so kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ So liest sich das christliche Publikumshighlight Himmelfahrt in der Apostelgeschichte des Evangelisten Lukas. „Bis 11:00 Uhr: Ankunft der fliegenden Besucher. 12:00 – 14:00 Uhr: Eröffnungsprogramm der Aussteller mit lärmarmem Fluggerät.“ So liest sich das Phänomen Himmelfahrt 2000 Jahre später im Programm der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2002, die am Montag auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld eröffnet wurde.

"Ortstermin: Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (WDR)" vollständig lesen

Ortstermin: Reinhold Messner bei Karstadt (WDR)

Mit der U8 an die Achttausender

Reinhold Messner bei Karstadt in Berlin, Neukölln (FAZ, 23.02.02; WDR, „Kritisches Tagebuch“, 22.02.02)

Mit Reinhold Messner kamen die Kälte und der Sturm nach Berlin. Temperaturen um den Gefrierpunkt, eine sternenklare Nacht mit heller Mondsichel: Die idealen Bedingungen für einen Nachtaufstieg in den Himalaja. An diesem Donnerstag führt die U 8 auf die Achttausender. Über die schnelle Nord-Süd-Route, von Wittenau gen Hermannplatz, ohne Schienenersatzverkehr.

"Ortstermin: Reinhold Messner bei Karstadt (WDR)" vollständig lesen

DJ Westbam bei Alfred Biolek (Titanic)

Tekkno-cooking (TITANIC, 07/1999)

Biolek: Westbam, meine Damen und Herren! Ein ungewöhnlicher Name für einen ungewöhnlichen Menschen. Ein Künstlername, wie ich vermute, Herr Westbam?
WESTBAM: Künstlername, genau. Wie Biolek. Westlek, Biobam, Bambi, Lekbam, Bambissimo, Westfred Biobam: alles Künstlernamen.

Biolek: Ich heiße wirklich Biolek!
WESTBAM: Ah. Sorry. Cool. Cooler Name, Biolek. Echt cool. Kickt x-trem! Kommt so, ja, cool einfach. Ehrlich. Und der Alfred ist auch echt?

Biolek: Ja, ja, auch echt. (feierlich) Mein Name ist Biolek, Alfred Biolek.
WESTBAM: With a licence to cook! Cool: Alfred. Nee, is' echt geil. Alfred Biolek. DJ Alf!

Biolek: Ja, gut. DJ Alf. Das können wir vielleicht erst mal so stehen lassen. - Herr Westbam, gestern Islamabad, morgen Beirut: Sie sind ein Mann, der Freude verbreitet, gute Stimmung und Partylaune überall. Beschreiben Sie doch mal kurz Ihre Arbeit.
WESTBAM: Ich lege Schallplatten auf und manipuliere sie.

"DJ Westbam bei Alfred Biolek (Titanic)" vollständig lesen

200 Jahre Balzac (Hessischer Rundfunk)

Eine Würdigung (Hessischer Rundfunk, 02.06.99)

Im 19. Jahrhundert erobern die Emporkömmlinge aus der Provinz Paris wie eine Festung, ihren Hirnschwamm getränkt mit Ehrgeiz, Willen zur Macht, Lebenshunger, Vergnügungs- und Ruhmessucht. Die von ihnen anvisierten Frauen leben hauptberuflich in Boudoirs oder Salons, sind nebenberuflich auf Diwane, Causeusen oder Ottomanen gefläzte Mätressen, beziehen Grundrenten aus ihren Anwesen in der Provinz und sponsern junge Literaten.

"200 Jahre Balzac (Hessischer Rundfunk)" vollständig lesen