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Hitlers Titanic: Der ZDF-Zweiteiler "Die Gustloff" (stern)

Der Untergang der "Wilhelm Gustloff" war die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten. Das ZDF hat aus dem Drama einen revisionistischen Event-Zweiteiler gemacht. Mein Kommentar über den unverbrüchlichen Trend zu Nazikostümfesten im Öffentlich Rechtlichen erschien im "stern" (Heft 10/2008) und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

Hitlers Titanic (stern.de)

Top Gun Stauffenberg: Courage-Bambi für Tom Cruise (stern)

Tom Cruise stellte der deutschen Vergangenheit einen internationalen Persilschein aus und bescherte uns mit seinem Film "Valkyrie" eine Imagekampagne. Als Dank dafür überreichte ihm FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher den "Courage-Bambi". Mein Kommentar über die Kraft elitärer Männerbünde erschien im "stern" (Heft 50/2007) und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

Courage-Bambi für Tom Cruise (stern.de)

David Fincher: "Zodiac" (stern)

Kein Wunder, dass Leseförderung nicht funktioniert. Was sind das auch für Maßnahmen? Mal liest Außenminister Steinmeier in einer Weddinger Kita die Geschichte von der – aua! – Zahnfee vor. Mal begrüßt Bundeskanzlerin Merkel 60 „liebe Bücherwürmer“ in der Skylobby ihres Bundeskanzleramtes, um ihnen „Emil und die Detektive“ vorzugähnen. Demotivierender wäre nur noch Brigitte Zypries, die ihre Lieblingsparagraphen aus dem Urheberrecht vorträgt.

Es ist an der Zeit, einen ganz anderen Ton anzuschlagen. Serienmörder zum Beispiel. Ganz hervorragende Lesetrainer. Nehmen wir den "Zodiac". Ein hochintelligenter No-Bullshit-Bursche. Genau das richtige Kaliber für Leseförderung. Der "Zodiac" mordet nicht einfach blindlings vor sich hin. Er hinterlässt am Tatort chiffrierte Botschaften. Er gibt ganzen Landstrichen blutige Rätsel auf. Der Mann will entschlüsselt werden. Von seinen Verfolgern wird nur eines gefordert: Lesekompetenz. Wer die Mordserie nicht richtig entziffert, könnte das nächste Opfer sein. Das nennt man Leseförderung.

Die Geschichte über den "Zodiac-Killer" erschien im "stern" und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

"Zodiac": Amerikas unheimlichster Killer (stern.de)

Perry Rhodan: Ein deutscher Held (stern)

"Perry Rhodan" wird 45. Mit einer Auflage von einer Milliarde ist er der erfolgreichste, aber auch heikelste Pulp-Astronaut der Welt. Nierentisch-Muff, Nazi-Mythen, Kolonialisierungsfantasien, Hippie-Träume und kosmische Ich-AG: In Perry Rhodans Astronautenhelm spiegelt sich der Zeitgeist. Von Hippie bis Hartz IV - an den Heftchen lässt sich Zeitgeist ablesen.

Mein Porträt dieses exemplarischen deutschen Helden erschien im "stern" (Heft 48/2006) und findet sich auch unter folgender Internetadresse:

Perry Rhodan: Ein deustcher Held (stern.de)

Der Mafioso Bernardo Provenzano und seine Olivetti (SZ)

Die Schreibmaschine des Paten

Wie sich der Capo di tutti Capi Bernardo Provenzano als Autor inszenierte (SZ, 15.04.2006)

Mafiosi sind nicht nur Brutalos, sondern auch hoffnungslos pathetische Romantiker. Sie verwenden ebenso viel Konzentration auf den nächsten Territorialkrieg wie auf die sorgfältige Pflege ihrer mythischen Aura, hinter der im kollektiven Bewußtsein oftmals ihre Brutalität zu verschwinden droht. Niemand verbrämt rohe Gewalt so erfolgreich mit pittoresken Inszenierungen wie der Mafioso. Lange vor Francis Ford Coppola waren die Mafiosi ihre eigenen Regisseure, Maskenbildner und Ausstatter. Auch der soeben gefaßte oberste Mafioso Bernardo Provenzano blieb der langen Mafiatradition der mythischen Selbstinszenierung treu. Sein Mythos wird auf ewig mit einer Olivetti Lettera 32 verbunden bleiben.

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Christian Kracht im Dschungel von Paraguay (SZ)

Oh, wie schön ist Paraguay

Deutsche Dekadenzdandys über eine nietzeanische Dschungelutopie von 1887 (SZ, 21.03.2006)

Die Torstraße in Berlin Mitte ist noch eine der wenigen Straßen, in denen sich die hochrenovierte und kulissenhaft zurechtgespachtelte Hauptstadt von ihrer provisorischen Seite zeigt. Ein, zwei Kilometer von Angela Merkels Hauptstadtwohnung entfernt bröselt die Konkursmasse und klaffen die Improvisationsräume. Irgendwo zwischen einem leerstehenden „Cosmetic- und Nail-Art Studio“ und einem Hörgeräte-Shop leuchtet ein nackter Galeriekubus in utopischem Weiß aus der grauen Fassade heraus. Hier entsteht Kunst in inspirierender Nachbarschaft zum Sarg-Discounter.

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Paulo Coelho in Berlin (SZ)

Eso-Schlumpf auf Blauem Sofa

Paulo Coelho nimmt in Berlin den DirectGroup International Author Award entegen (SZ, 19.12.05)

Es knistert die Eßkastanie, es brutzelt die Boulette. Unter den Linden flackert und flirrt, qualmt und raucht es. Bis hinauf zum Kronprinzenpalais branden die Weihnachtsmarktbuden mit ihren indianischen Traumfängern, Wellness-Nackensteaks und Maya-Fetischen. Jahrmarktgetöse wogt durch die Beine des Reiterstandbildes vom alten Fritz. Fast bis hoch zur violett leuchtenden Hausnummer eins haben fliegende Händler für Nikolausmützen den Prachtboulevard infiltriert. Aber eben nur fast, denn Unter den Linden 1 ist die feinste Adresse der Republik und nicht Verkaufsfläche für Nikolausmützen. Hier residiert nicht der Kronprinz, hier herrscht der König des Spektakels. Hier hat die Bertelsmann AG ihre Repräsentanz hinter den Attrappenfassaden der rekonstruierten Kommandantur eingerichtet.

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