Skip to content

Donald Trump telefoniert mit Pietro Lombardi

"Pietro, Du machst großartige Arbeit! Arbeit, die jeden Tag sichtbar ist. Du hast einen phantastischen Ruf. Du bist ein phantastischer Kerl, Pietro. Wo kommst Du eigentlich her? Dein Name klingt so komisch. Mexiko? Nein? – Karls... what? Ah, KarlsRUHE! Wow, Karlsruhe ist großartig. Karlsruher gehören zu den intelligentesten Menschen überhaupt. Bitte sag der Karlsruher Bevölkerung, dass sie großartig ist und alle Karlsruher, die ich je getroffen habe, außergewöhnliche Menschen waren. Pietro, ich bin bereit, jegliche Rolle zu übernehmen, die Du möchtest, um Lösungen für ungeklärte Probleme zu finden. Es wird mir eine Ehre sein, und ich werde mich persönlich darum kümmern. Grab her by the pussy, man!"

Junge Lyrik aus dem Trump-Tower

Was nur wenige wissen: Der kleine Barron Trump ist ein vielversprechender Nachwuchs-Lyriker. Hier sein letztes Werk (Übersetzung: Shania Tyra Geiss)

CAPO TESTA, OKTOBER 2016

Im Valle di Luna
Träumen Hippies in Tafoni-Höhlen
Hinter wehenden Tagesdecken
– Lindgrün.
Rechenkästchen aus Schildpatt
Schieben sich durch Wollsackverwitterung.

Einfach, des ersten Rätsels Lösung:
Schildkröte.
Das zweite verschwindet raschelnd in der Macchia:
Quadratur des Kreises.

Nominierung für Reporterpreis 2015

Mein Gespräch mit "Charlie Hebdo"-Chef Laurent Sourisseau ("stern", 16.07.2015, Heft 30/2015) wurde für den Deutschen Reporterpreis 2015 in der Kategorie "Bestes Interview" nominiert.

Hier das Gespräch als PDF-Download

Informationen zu Preis und Nominierten unter diesem Link

Charlie-Hebdo-Herausgeber Laurent Sourisseau: "Wir haben das Recht auf Karikatur verteidigt. Nun sind andere dran"

Sechs Monate nach dem Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" hat Herausgeber Laurent Sourisseau im Hamburger Magazin stern zum ersten Mal in einem ausführlichen Interview über die Ereignisse von damals und die Entwicklung der Zeitschrift danach gesprochen.

Sourisseau, auch "Riss" genannt, saß bei dem Anschlag am 7. Januar in Paris, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen, mit am Tisch der Redaktionskonferenz. "Der Mann stand anderthalb Meter von mir entfernt und schoss in den Raum. Alles war ganz still. Man hörte nur die Schüsse. Keinen einzigen Schrei. Dann hat er auf mich gezielt. Er hat mir die rechte Schulter zertrümmert." Sourisseau stellte sich tot, bis die Attentäter, die Brüder Kouachi, die Büros verlassen hatten. "Als es zu Ende war, war kein Laut zu hören. Kein Klagen. Kein Wimmern. Da habe ich verstanden, dass die meisten tot waren." Bei dem Terroranschlag kam auch Stéphane Charbonnier ums Leben, der damalige Herausgeber von "Charlie Hebdo".

Im Gespräch mit dem "stern" nahm Charbonniers Nachfolger Sourisseau auch zu den Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" Stellung. Er würde Mohammed heute nicht mehr zeichnen, sagte Sourisseau: "Wir haben Mohammed gezeichnet, um das Prinzip zu verteidigen, dass man zeichnen darf, was man will. Es ist ein wenig seltsam: Man erwartet von uns, dass wir eine Freiheit ausüben, die im Grund niemand mehr zu nutzen wagt. Dabei haben wir unseren Job gemacht. Wir haben das Recht auf Karikatur verteidigt. Nun sind andere dran."

Lesen Sie mein Gespräch mit Laurent Sourisseau im "stern" vom 16.07.2015 (Heft 30/2015).

Goetz

Ein heißer Tag im August 2012. Multiplikatoren-Zusammenkunft im Suhrkamp-Haus im Prenzlauer Berg. Rainald Goetz sollte seinen neuen Roman "Johann Holtrop. Abriss der Gesellschaft" vorstellen. Kleiner grauer Raum, dem man ansah, dass dies hier früher ein Finanzamt gewesen war.

Es war stickig. In einer Ecke lag ein schwarzes Knäuel auf dem Boden: Der dicke Mantel der Suhrkamp-Pressechefin. Seltsames Suhrkamp. Warum trug Frau Dr. Postpischil bei diesem Wetter einen Mantel? Leuchtend und schwer lag er da wie Pantherfell. Auf einem Tisch ein Stapel mit Holtrop-Leseexemplaren. Die Zeit verstrich, es tat sich nichts. Der Smalltalk kam nicht in Gang. Zäh tropfte der Nachmittag in den gleißenden Hinterhof.

Maxim Biller hatte schon die drei obersten Knöpfe seines Hemdes geöffnet und die Ärmel hoch gekrempelt. Ein junger Mann machte Fotos mit einer analogen Olympus-Kamera.

Plötzlich bewegte sich der schwere Mantel. Unter dem Panther leuchtete warholweißes Haar hervor. Goetz stand auf, warf den Presse-Mantel ab, stand im Raum, weisses Hemd, blaues Jackett, makellos vibrierend, sofort angezündet von Kopf bis Fuß. Und während sich das Publikum den Multiplikatoren-Schweiß von der Stirn tupfte, schickte Goetz aus frischem Gesicht ein Lächeln in die Runde. Dann griff er sich ein Leseexemplar seines neuen Romans, reckte es in die Luft wie eine Beute und sagte: "Freude heisst dieser Tag, Zeitballung dieses Objekt. Willkommen bei Suhrkamp."

Hamburger CDU-Senat wollte politische Diskussion über Elbphilharmonie vermeiden

Die Gesamtkosten der Hamburger Elbphilharmonie sind von ursprünglich veranschlagten 186 Millionen auf inzwischen mindestens eine halbe Milliarde Euro gestiegen. Hauptgrund für die Kostenexplosion ist die vorschnelle Vergabe des Bauauftrags an Hochtief auf der Basis unfertiger Architektenpläne.

Hartmut Wegener, ehemaliger Koordinator des Bauprojektes für den CDU-Senat, erklärte gegenüber dem "stern", die Stadt habe 2006 den Auftrag so eilig vergeben, um eine politische Diskussion über das Prestigeprojekt zu vermeiden. Wäre noch mehr Zeit zwischen Ausschreibung und Baubeginn verstrichen, hätte Hochtief seine Unterlieferanten verloren. Und dann hätte man den Bauauftrag noch einmal neu ausschreiben müssen. "Es war damals eine der Weichenstellungen, an der das Projekt hätte abstürzen können", sagt Wegener in der neuen, am Mittwoch erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins "stern". "Hätte man noch einmal eine Ausschreibung machen müssen, wäre sie in die politische Diskussion der Bürgerschaftswahl 2008 geraten. Das Projekt wäre tot wie ein toter Fisch gewesen", so Wegener.

Selbst die Schweizer Architekten Herzog & De Meuron haben nur noch wenig Freude an ihrem spektakulären Entwurf. Obwohl sie ein Honorar von 58 Millionen Euro erhalten, rentiert sich der Bau für sie nicht mehr. "Wir legen massiv drauf", erklärt Pierre De Meuron in einem "stern"-Report über das bislang gründlich missglückte Mega-Projekt. Der weltweit gefragte Star-Architekt wirft Hochtief vor, Profit aus dem hochkomplexen Vertragswerk zu ziehen. "Bei der langjährigen Erfahrung von Hochtief hätte ich erwartet, dass sie das Projekt trotzdem bauen wollen und sich dafür fair und integer einsetzen. Aus unserer Sicht nutzen sie die Situation aus. Wir brauchen jetzt Fachleute, die bauen, und nicht noch mehr Juristen", sagt De Meuron.

Lesen Sie meinen vollständigen Report über die Elbphilharmonie im "stern" vom 04.04.2012 (Heft 15/2012).

Flickr-Album: Ernest Hemingway in Ketchum, Idaho

Flickr-Album über die Recherche zu Hemingways Selbstmord in Ketchum, Idaho (mehr zu der Reportage finden Sie hier).

Für erläuternde Bildunterschriften bitte Diashow starten und auf das Flickr-Logo oben links klicken. Dann auf der Flickr-Seite "Detail" anklicken (zwischen "Thumbnails" und "Kommentare").

Lesen Sie die Hemingway-Reportage im "stern" vom 30.06.2011 (Heft 27/2011).

Hemingways 50. Todestag: "37 Stufen bis zum Waffenschrank" (stern, 27/2011)

Vor 50 Jahren erschoss sich Ernest Hemingway. Seit einem halben Jahrhundert versuchen Kritiker und Biographen zu erklären, warum dieser energiegeladene Autor den Lebenskampf aufgab. Beim Anblick der Regale voller verschwafelter Hemingway-Literatur wurde schnell klar, dass eine Geschichte über den Schriftsteller keine weitere Exegese seines Werkes oder seiner Psyche sein durfte. Außerdem sollte es ein Text sein, der mit nicht allzu geschwollenen Eiern und einigermaßen kontrollierter Testosteronausschüttung geschrieben ist. 50 Jahre Hemingway Write-Alike Contest haben schon genug Journalisten versaut.

"Hemingways 50. Todestag: "37 Stufen bis zum Waffenschrank" (stern, 27/2011)" vollständig lesen