Im Oktober 2009 war ich eine Woche in Stockholm und Umeå und habe mit Angehörigen und Freunden des verstorbenen schwedischen Autors Stieg Larsson gesprochen. Die Geschichte erschien im "stern" (Heft 45/2009). Dies ist die Pressemitteilung:
Hamburg (ots) – Der verstorbene schwedische Thriller-Autor Stieg
Larsson erschuf seine erfolgreiche “Millennium”-Trilogie aus einem
tief verborgenen Schuldgefühl heraus: “Als Stieg ein junger Mann war,
wurde er Zeuge, wie drei seiner Freunde ein junges Mädchen im Flur
eines Studentenheims brutal vergewaltigten”, sagte Larssons bester
Freund, der Journalist Kurdo Baksi, in der neuen, am Donnerstag
erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. “Er ist nicht
eingeschritten. Hat sie einfach machen lassen. Er hat alles gehört.
Das konnte er sich sein Leben lang nicht verzeihen”, sagte Baksi, der
seit 1989 mit Larsson befreundet war und ihn als erster am Totenbett
besuchte. Das Mädchen sei erst 18 Jahre alt gewesen.
Für Larsson, der 2004 verstarb, war das Schreiben nicht nur
Therapie, sondern auch Fortsetzung seines lebenslangen Kampfes gegen
Neonazis. Obwohl der Autor und ruhelose Antifa-Aktivist den
Welterfolg seiner posthum veröffentlichten Thriller nicht mehr
miterleben durfte, war er sich seiner Talente durchaus bewusst, wie
Larssons enger Mitarbeitet Mikael Ekman dem Magazin erzählte. Als die
beiden mittellosen Journalisten auf ihre Rente zu sprechen kamen,
habe Larsson gesagt: “Ich schreibe ein paar Bücher und werde
Multimillionär.”
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