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Interludium für Schlepperballett

2 Hafenkräne Rücken an Rücken

Im Tangram-Duell.

Das Tropeninstitut spielt

Kurz Sekundant,

Verfällt dann wieder in

Flamingo-Rêverien.

JEFF BEZOS / STEPHAN MAUS: „DER BRIEFWECHSEL“ (2)

Hamburg, 10.08.2012

Sehr geehrter Herr Bezos,

Ihre Nachricht, meinen jüngsten Roman „Die reinen Herzen“ in Ihr Haus zu übernehmen, hat mich über die Maßen gefreut. Die Ehre für mein Manuskript, die ihm geschieht, indem es bei Ihnen erscheint, freut mich so, dass das Ereignis mir noch jetzt nicht geheuer ist. Denn auch wir in Deutschland wissen, wie unerbittlich die Lektoratskonferenzen in Seattle sein können.

Es gehen sogar Gerüchte, Rainald Goetz sei mit seinem Werk „Johann Holtrop“ von dieser Runde abgewiesen worden. Nur zu verständlich, wenn Sie mich fragen. Seine Haltung zur globalen Warenwirtschaft ist doch sehr antiquiert. Ja, mir scheint, Autoren seines Schlages wollen nicht wahrhaben, dass auch die Führung gerade international agierender Unternehmen eine kreative, vielleicht sogar künstlerische Komponente hat.

Zu einem persönlichen Gespräch über stilistische Eigenheiten meines Romans bei einem Glas Coke Zero bin ich gern bereit. Der Zufall führt mich vom 01.09. - 04.09. nach Seattle. Bitte lassen Sie mich wissen, ob der genannte Zeitpunkt Ihnen recht ist.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Stephan Maus

"stern": Jahrelang missbrauchte Klaus Kinski seine älteste Tochter Pola

Pola Kinski, älteste Tochter des 1991 verstorbenen deutschen Schauspielers Klaus Kinski, erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. In der neuen, am Donnerstag, den 10.01.2013 erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins „stern“ sagt sie, ihr Vater habe sie vom 5. bis zum 19. Lebensjahr sexuell missbraucht. „Er hat sich über alles hinweggesetzt. Auch darüber, dass ich mich oft gewehrt habe und gesagt habe: ‚Ich will nicht.’ Das war ihm egal. Er hat sich einfach genommen, was er wollte“, so Kinski im exklusiven „stern“-Gespräch.

Kinski sagte, sie habe ihre ganze Kindheit über mit einem permanenten Gefühl von Angst vor den Ausbrüchen ihres Vaters gelebt. Als Schauspieler habe sie ihren Vater niemals sehen können: „Wenn ich ihn in Filmen gesehen habe, fand ich immer, dass er genauso ist wie zu Hause“, sagte Kinski, die sehr früh große Erfolge als Theaterschauspielerin feierte, sich aber bald schon aus dem Beruf zurückzog. Ihr Urteil über den Vater: „Missbraucht hat er eigentlich alle Menschen. Er hat andere Menschen nie respektiert.“

Pola Kinski hat über ihre zerstörte Kindheit und Jugend ein Buch geschrieben, das in Kürze erscheint („Kindermund“, Suhrkamp). Kinski sagte dem „stern“, sie habe diese Autobiografie auch geschrieben, um sich gegen die allgegenwärtige Kinski-Vergötterung zu wenden. „Ich konnte es nicht mehr hören: „Dein Vater! Toll! Genie! Ich habe ihn immer gern gemocht!’ Seit er tot ist, wird diese Vergötterung immer schlimmer“, sagte Kinski.

Lesen Sie mein Gespräch mit Pola Kinski im "stern" vom 10.01.2013 (Heft 3/2013).

JEFF BEZOS / STEPHAN MAUS: „DER BRIEFWECHSEL“ (1)

Seattle, 01.08.2012

Sehr geehrter Herr Maus,

ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir nach genauer Lektüre Ihres Manuskriptes uns entschieden haben, Ihren Roman „Die reinen Herzen“ in unser Haus zu übernehmen. Ich glaube, dass sich Ihre Arbeit neben der von Amanda Hocking und E.L. James gut ausnehmen und die Perspektiven dieser Autoren weiterführen wird.

Nun scheint mir freilich ein Gespräch über Einzelheiten erforderlich zu sein. In Ihrem Manuskript finden sich doch noch einige umständliche Formulierungen und sprachliche Eigenheiten. Auffällig zum Beispiel ist eine recht unübliche Häufung von Komposita. Allein im ersten Kapitel lese ich: „Titten-Kalender“, „Kachelmann-Wetter-Stationen“, „Kreuzworträtsel-Tapeten“, „Zierfisch-Aquarien“, „Schäferhund-Stickbilder“.

Man hat doch sehr das Gefühl, in Ihrem Text kommen in toto mehr Bindestriche als Kommata vor. Hier und da sollte also durchaus noch gefeilt werden. Am besten geschähe dies in einem persönlichen Gespräch. Führt Sie Ihr Weg ohnehin einmal nach Seattle?

Ich freue mich, dass ich Ihnen all dies mitteilen kann. Ich sehe Ihr Manuskript gerne bei uns als Buch.

Mit freundlichen Grüßen

Jeff Bezos