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Der iPad-Killer: Ubuntu Karmic Koala auf Asus EEE PC 1005HA-H

Mein iPad heißt eee und läuft unter Linux.

Das Netbook "Asus EEE PC 1005HA-H" wird z.B. von Ixsoft als fertig eingerichtetes Dualboot-System mit "Windows 7 Starter" und "Ubuntu Karmic Koala" angeboten. Die Festplatte ist wie folgt aufgeteilt: 107 GB Windows-Partition, 143 GB Ubuntu. Diese Aufteilung lässt sich unter Ubuntu beliebig verändern (siehe Anleitung). Lieferzeit: ca. 1 Woche.

Das Multi-Touch-Scrolling mit dem Trackpad funktioniert nicht out of the box. Es muss erst mit einer Konfigurationsdatei aktiviert werden. Sie findet sich auf Philipp Merkels sehr hilfreicher Eee-PC-Seite. Dort findet man auch Grigori Goronzys Programm "Eee-Control", das Philipp Merkel dankenswerter Weise an Ubuntu 9.10 angepasst und schon zu einem installationsfertigen Paket gebündelt hat. Erst Goronzys "Eee-Control" erlaubt die Nutzung der "Super Hybrid Engine", dank der sich Akku-Leistung und Performance des Asus optimieren lassen.

Der Flash-Player muss nachträglich mit dem Paket "ubuntu-restricted-extras" installiert werden (siehe Anleitung). Erst danach kann man z.B. Youtube-Videos anschauen.

In der Standardinstallation ist die WLAN-Verbindung schwach und instabil. Nach Aktualisierung durch den Terminalbefehl "gksudo apt-get install linux-backports-modules-karmic" und anschließendem Neustart ist der WLAN-Empfang ausgezeichnet. (Mehr zu "gksudo" auch hier.)

Da mir der Gnome-Desktop zu aufgeblasen war, habe ich das Paket "xubuntu" installiert und benutze seitdem den Windowmanager Xfce. Der ist schlanker und flotter als Gnome. Anfangsproblem: Meldet man sich unter Xfce an, ist der Ton leider erst einmal nach jedem Systemstart stumm geschaltet. Um das zu ändern, muss man die Zeile "mute_and_zero_levels "$TARGET_CARD" || EXITSTATUS=1" in der Datei "/etc/init.d/alsa-utils" auskommentieren. Siehe auch hier.

Auf der kleinen Netbook-Tastatur trifft man besonders oft versehentlich die Caps-Lock-Taste. Um die lästige Feststelltaste zu deaktivieren, fügt man unter Xfce in "Einstellungen > Sitzung und Startverhalten" folgenden Autostart-Befehl hinzu: xmodmap -e "keycode 66 =" (Mehr zum Abschalten der Umschaltsperre hier)

Sehr empfehlenswert ist der File-Hoster Dropbox. Der Dienst bietet jedem Nutzer 2 GB kostenlosen Online-Speicherplatz inklusive einer einfach zu bedienenden Synchronisierungssoftware. Der Service integriert sich reibungslos in den Xfce-Desktop. So lassen sich jede Datei und jeder Ordner automatisch mit jedem anderen Computer synchronisieren – ganz gleich, unter welchem Betriebssystem man arbeitet. Leider verwendet Dropbox den trägen Gnome-Dateimanager Nautilus. Um Dropbox mit dem schlankeren und schnelleren Xfce-Dateimanager Thunar zu betreiben, folge man dieser Anleitung.

Für die Konfigurationsdialoge einiger Open-Source-Programme, die noch nicht an die kleinen Netbook-Displays angepasst sind, ist der Monitor zu klein. Wichtige Elemente - vor allem am unteren Rand des Konfigurationsfenster angeordnete Bestätigungs-Buttons - sind nicht mehr auf dem Bildschirm zu sehen. Diese Konfigurationsfenster kann man nun mit gedrückter Alt-Taste nach oben aus dem Bildschirm hinausschieben, um die unteren Elemente zu erreichen.

Dazu muss man allerdings erst die obere Bilschirmgrenze aufheben, indem man den Konfigurationseditor öffnet (Alt+F2 drücken, gconf-editor eingeben) und dort unter "/apps/compiz/plugins/move/allscreens/options" das Häkchen hinter "constrain_y" entfernt. Dann erst kann man die Fenster mit gedrückter Alt-Taste verschieben.

Eee PC als E-Book-Reader

Mit wenig Aufwand lässt sich das Netbook in einen zwar nicht besonders stylishen, aber effizienten E-Book-Reader verwandeln. Dazu siehe folgende Anleitung. (Wichtig hierbei: Der Bildschirm ist matt, nicht glossy. Sehr lesefreundlich im Fullscreen-Mode - siehe linkes Foto.)

Manchmal liegen PDF-Dateien als doppelseitige Dokumente vor, die man dann nur noch im Querformat lesen kann. Das ist mühselig, da die Buchstaben zu klein sind. In diesem Fall sollte man die PDF-Dateien in das ePub-Format umwandeln. So kann man die einzelnen Seiten im Hochformat lesen. Dazu verwandelt man die PDF-Datei erst mit dem Terminal-Befehl "pdftotext datei.pdf datei.txt" in reinen Text. Anschließend lässt sich der reine Text mithilfe des E-Book-Verwaltunsgprogrammes "Calibre" in das ePub-Format umwandeln. Das klappt allerdings leider nicht immer - manchmal entsteht auf diese Weise eine dadaistische Textmontage.

Als Desktop-Blogging-Client nutze ich den GNU Emacs im Weblogger Mode. Das Emacs-Package "weblogger.el" lässt sich komfortabel über das Emacs Lisp Package Archive ELPA installieren. Im WeloggerMode kann man mit dem Emacs über die API-Schnittstelle der meisten Weblog-Publishing-Systeme posten. Siehe auch diese Installationsanleitung.

Um z.B. Beiträge auf einem mit Serendipity betriebenen Blog zu veröffentlichen (wie in meinem Falle), trägt man bei der Erstkonfiguration durch den Befehl "M-x weblogger-setup-weblog" unter "Server Endpoint (url)" einmalig den folgenden Link ein: "http://YOURSITE/serendipity/serendipity_xmlrpc.php"

Überhaupt lohnt es sich, den GNU Emacs als Textverarbeitungsprogramm, Google-Calendar-Client und RSS-Reader (siehe Emacs Client For Google Services g-client) und Mail- und Newsreader (siehe Anleitung für GNUS) auszuprobieren. Dieser Allround-Editor nutzt den kleinen Netbook-Bildschirm ökonomischer als jedes GUI-Programm. Und einmal erlernt, sind Tastaturkürzel (siehe auch die GNU Emacs Reference Card) komfortabler und präziser als jedes Touchpad.

Als externen DVD-Brenner & -Player nutze ich den "LG Electronics GP08NU20". Funktioniert tadellos unter Ubuntu. Um DVDs abspielen zu können, muss man erst das Paket "libdvdread4" installieren und anschliessend folgenden Befehl ausführen: "sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh". Siehe auch hier.

Als externe Festplatte kommt die "Western Digital WDBAAR5000ABK Elements portable 500GB" zum Einsatz. Plug & Play unter Ubuntu. Backups erstelle ich mit CrashPlan.

Meine Interviews nehme ich mit dem "Digital Voice Recorder Olympus WS-200S" auf. Das Diktiergerät kann man als USB-Stick an das Netbook anschliessen. Unter Ubuntu wird es nicht automatisch eingebunden. Man muss es mit dem folgenden Befehl erst mounten, um es ansprechen zu können: "sudo mount -tmsdos /dev/sdb1 /mnt/mountpunkt_name". Bevor man das Gerät wieder herauszieht, muss es erst mit dem folgenden Befehl abgemeldet werden: "sudo umount /mnt/mountpunkt_name". Dank an Manfred Regele für diese hilfreiche Anleitung.

Für Go-Spieler sind die beiden Programme "MoGo" (3 kyu) und "GnuGo" (6 kyu) sehr zu empfehlen. Beide kann man z.B. unter der grafischen Oberfläche "GoGui" spielen (siehe Anleitung).

FAZIT

Steve Jobs wird wohl noch einige Jahre basteln müssen, bis sein Schminkspiegel-Computer so vielseitig sein wird wie dieses 250-GB-Netbook für 300 Euro. Und letztendlich wird ein offenes System immer verführerischer bleiben als ein geschlossenes – mag letzteres auch noch so glitzern.

Vorteile:

  • Lange Akku-Laufzeit
  • Kompaktes Design. Das Gerät ist stabil und liegt gut in der Hand, auch als E-Book-Reader
  • Läuft sauber unter Ubuntu
  • Offenes System

Nachteile:

  • Aufgeklappt steht das Netbook etwas instabil
  • Lauter Lüfter, der schnell anspringt
  • Space- und Alt-Tasten sitzen bei mir schief

Screenshot:








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