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Peter Sloterdijk führt deutsches Steuersystem auf falsches Menschenbild zurück

Der Philosoph Peter Sloterdijk ist viel rumgekommen. Unter anderem hat er auch einige Schnuppermonate im aufgekratzten Umfeld von Baghwans Ashram in Poona verbracht. Baghwans Gruppentherapien waren berüchtigte Zusammenkünfte, wo man mit allen Mitteln versuchte, sich gegenseitig zur Schnecke zu machen – um der Erkenntnis Willen natürlich.

Ähnlich verlief dann auch mein Besuch bei Sloterdijk zuhause in Karlsruhe. Irgendwann hielt mir der Philosoph Lektüredefizite und Dummheit vor und murmelte, er wolle doch nur mein Bestes. Nämlich, dass ich Fortschritte in dem schwierigen Metier des Journalismus' mache. Üben, üben, üben also. Sloterdijks Mantra seit der Veröffentlichung seines Werkes "Du mußt dein Leben ändern" (Suhrkamp, 2009).

Das Ergebnis meiner tastenden Versuche in der Kunst des Interviews ist im "stern" nachzulesen (Heft 02/2010).

Bevor ich nun eifrig weiter Journalismus übe, hier noch schnell die "stern"-Pressemitteilung:

Hamburg (ots) - Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk führt das deutsche Steuersystem auf eine grundlegend falsche Vorstellung von der menschlichen Natur zurück. "Die reale Solidargemeinschaft mit fiskalischen Zwangsmaßnahmen herstellen zu wollen, ist ein blamabler Ansatz. Die Leute glauben, sobald der staatliche Zwang fehlt, lösen sich alle Bindungen über Nacht auf", sagte der streitbare Philosoph in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. "Diese elende Ideologie, die bei sich und den anderen nur Gier kennt, beweist, dass wir einem falschen Menschenbild aufgesessen sind. Man glaubt, der Mensch ist das Tier, das so viel wie möglich nimmt. Man kommt gar nicht erst auf den Gedanken, die Menschen in ihren Geberqualitäten ernst zu nehmen", sagte Sloterdijk.

Sloterdijk hatte mit seinen Vorschlägen, den Staatshaushalt nur durch Spenden der "Leistungsträger" zu finanzieren, einst eine heftige Debatte ausgelöst. Auf die Vermutung, vielleicht mehr an Effekt heischenden Formulierungen als an der reinen Wahrheit interessiert zu sein, reagierte der hitzige Philosoph im Streitgespräch mit dem stern selbstbewusst: "Ich mache nie bunt schillernde Sätze, ich drücke mich nur gut aus. Gewisse Leute, die sich schlechter ausdrücken, halten das vielleicht für schillernd."

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