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Gaza-Blockade: Henning Mankells Schiffstagebuch

Als am 20. Mai die Meldung kam, der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell wolle zusammen mit 500 weiteren Aktivisten versuchen, an Bord einer Solidaritätsflotte die israelische Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen, dachte ich erst: "Nun ja, der gute Mensch von Göteborg schon wieder. Wahrscheinlich hat er eine Doppelkabine mit Bono von U2."

Einen Kaffee später dachte ich: "Protest-Frachter, seltsame Aktivisten, Mondschein auf nächtlichem Mittelmeer, Gaza, Israel, Hamas und Mossad. Und mittendrin Mankell, der gerade erst in seinem jüngsten Roman "Der Feind im Schatten" seinem Kommissar Wallander für immer Adieu gesagt hatte. Da kommt doch schon ganz gut was zusammen. Das ist doch eine tolle Geschichte."

Ich griff zum Telefon. Ich wollte unbedingt mit Mankell nach Gaza. Ich sah mich schon bei gemäßigtem Seegang mit dem Bestsellerautor über den Abschied von seinem Alter Ego plaudern, über politisches Engagement und Gutmenschentum, während im frühmorgendlichen Glast am Horizont das Gelobte Land langsam Form annahm. Und wer weiss, was beim Durchbrechen einer Seeblockade noch so alles passieren konnte. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um mit Mankell zusammen an Bord des schwedischen Schiffes zu kommen. Erst sah es auch ganz gut aus. Doch schließlich hieß es: "Kein Platz mehr. Sorry, nichts zu machen."

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