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Lydia Mischkulnig: "Umarmung" (SZ)

Ich ist zwei andere

Lydia Mischkulnig fährt Achterbahn im Möbiusband der weiblichen Identitäten: "Umarmung" (SZ, 26.01.04)

Zittrig hantiert der männliche Kritiker mit seinem phallokrakeligen Bleistift zwischen den Zeilen. Schamlos besudelt er das virginale Weiß des chlor- und säurefrei gebleichten Papiers mit den tintenklecksenden Ejakulationen seiner beckmesserisch pulsierenden Zirbeldrüse. Alterungsbeständig die Seiten des Buches, schnell vergilbend die Bögen der Journaille. Gebärende war die fruchtbare Autorin, steril Mäkelnder bleibt der furchtbare Kritiker. Er entreißt das Werk dem großzügigen Schoß der allumfassenden Musenmatrix, um es mit jener persistenten Penetranz zu durchdringen, die er mit seinen Geschlechtsgenossen teilt.

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