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Friedrich Ani: "Gottes Tochter" (SZ)

Harry, hol schon mal den Hölderlin

Friedrich Ani schickt Kommissar Süden in den Osten: "Gottes Tochter" (SZ, 31.10.03)

Wie viele Telephonbücher und Taufregister Friedrich Ani wohl wälzen mußte, bevor er einen geeigneten Namen für seinen Münchner Hauptkommissar aus der Vermißtenstelle des Münchner Kriminaldezernats 11 fand? Es hat sich gelohnt: Tabor Süden. Ein exotischer Vorname neben dem klar strahlenden Nachnamen, und beide tragen eine Sehnsucht in sich nach Gefilden, wo Zitronen blühen und nicht die Stockflecken muffeliger deutscher Amtsstuben. Der Nachname des Kommissars ist einer der ganz wenigen Orte in diesem Krimi, wo noch die Sonne scheint.

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Bericht von der 7. internationalen Erotikfachmesse "Venus" (SZ)

Shuttle-Bus von Sodom nach Gomorra

Der Funkturm auf dem Berliner Messegelände schickt Gedankenwellen in Richtung Pariser Eiffelturm. Der große Bruder ist weit weg, doch Berlin will auch mal sündig sein. Vier Tage lang. Am Rande der Stadt, zwischen Autobahndreieck, Lärmschutzmauern und Zentralem Omnibusbahnhof ballt sich der Sex. Auf dem Messegelände tagte vom 16.-19.10.03 zum siebten Mal die Venus, Deutschlands größte Erotikfachmesse. O Schaumgeborene, wer hat dich im Speckgürtel stranden lassen? O Aphrodite, denk an deinen Messeausweis.

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Hanns-Josef Ortheil: "Die große Liebe" (SZ)

Eine Frau wie ein Fischsud

Hanns-Josef Ortheil köchelt aus italienischen Essenzen "Die große Liebe" (SZ, 06.10.03)

Ah, bella Italia: Adria, Averna und natürlich: Amore! Hanns-Josef Ortheil hat einen Triple-A-Roman geschrieben. Ein deutscher Fernsehredakteur recherchiert für einen Meeresdokumentarfilm an der italienischen Adria. Dem tumb-deutschen Durchschnittsurlauber sollen endlich einmal die Augen geöffnet werden für die mannigfaltige Schönheit seiner liebsten Badestrände: Qualle, Alge, Koralle. Dafür ist der Ästhet aus München genau der richtige Mann. Der feinsinnige Redakteur spricht Italienisch wie Trappatoni höchstselbst, schätzt eine Flasche kühlen Weißwein nicht weniger als eine Flasche erdigen Rotwein - Hauptsache Flasche voll - und verfügt über magische Sozialkompetenzen: innerhalb von nur wenigen Stunden liebt ihn das halbe Fischerstädtchen San Benedetto, vor allem aber Franca, die zauberhafte Direktorin des meeresbiologischen Instituts.

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