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Leif Davidsen: "Der Fluch der bösen Tat" (FAZ)

Scheherazade und der Schakal

Leif Davidsens Polit-Thriller "Der Fluch der bösen Tat" (FAZ, 22.05.02)

Die bosnischen Serben fühlen sich von Slobodan Milosevic verraten und verkauft. Sie glauben ihre Sache verloren. Der serbische Heckenschütze Vuk erledigt in einem Straßencafé von Zagreb noch einen letzten Auftrag und erschießt einen kroatischen Intellektuellen, der seine Wortmacht in den Dienst nationalistischer Hetzpropaganda stellt: „Speit sie an. Denn sie verdienen nichts anderes als eure Verachtung, ihr wahren Patrioten.“ Doch eigentlich haben die muslimischen Kroaten schon das Terrain in der Krajina übernommen. Der Heckenschütze fühlt sich leer und nutzlos, aber sein Kommandant hat schon neue Pläne: der Iran hat eine Fatwa gegen die Schriftstellerin Sara Santanda ausgesprochen und ein Kopfgeld von vier Millionen Dollar auf die Ungläubige ausgesetzt. Die russische Mafia braucht saubere Konten, um ihr schmutziges Geld zu waschen. Für ein erfolgreiches Attentat auf die Autorin bekäme die vermittelnde Mafia hilfreiche Geldwäsche-Konten im Iran und der Contract-Killer das Kopfgeld.

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Arno Hach: "Die Menschenhaut" (Tagesspiegel)

Porentief bös

Arno Hachs phantastische Erzählung "Die Menschenhaut" (Tagesspiegel, 12.05.02)

Arno Hach ist eine kleine Entdeckung für Liebhaber von Kuriositäten in den Grenzgebieten der Literatur. In den Jahren zwischen 1901 und 1920 veröffentlichte der Autor sechs Bändchen mit Erzählungen. Ein biographischer Schlüsselsatz aus Hachs Tagebuch vermittelt eine Idee vom Temperament des Autors; anläßlich der Geburt seines Kindes notiert der Vater unverblümt: „Hätte ich es doch abgetrieben!“ Nach dem Ersten Weltkrieg war Hach als Verfasser technischer Erläuterungen und Pressemitteilungen bei Siemens in Berlin beschäftigt. Doch das trockene Genre des Gebrauchstextes scheint seinen literarischen Ehrgeiz nicht ganz befriedigt zu haben. Ihn interessierte das Revers der Moderne. Er bestückt das Horrorkabinett der Literaturgeschichte. Ein Mann für den Giftschrank.

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Ortstermin: Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (WDR)

Himmelfahrten

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2002 (WDR, „Kritisches Tagebuch“, 07.05.02; FAZ, 08.05.02)

„Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr uns sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird so kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ So liest sich das christliche Publikumshighlight Himmelfahrt in der Apostelgeschichte des Evangelisten Lukas. „Bis 11:00 Uhr: Ankunft der fliegenden Besucher. 12:00 – 14:00 Uhr: Eröffnungsprogramm der Aussteller mit lärmarmem Fluggerät.“ So liest sich das Phänomen Himmelfahrt 2000 Jahre später im Programm der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2002, die am Montag auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld eröffnet wurde.

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