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Lucía Etxebarría: "Beatriz und die himmlischen Körper" (FAZ)

Höllischer Knallkörper

Lucía Etxebarrías Roman "Beatriz und die himmlischen Körper" (FAZ, 16.11.01)

Die hübsche Beatriz de Haya steht kurz vor dem anstrengenden Eintritt in die Erwachsenenwelt und hat noch ziemlich starke Akne auf der Seele. Ihre epileptische Gluckenmutter will sie noch nicht freigeben, ihr Vater interessiert sich schon seit Jahren nicht mehr für die hysterischen Frauen seiner Familie. Die revoltierende Nestflüchterin stutzt sich ihre Frisur, färbt die Reste lila, schnürt ihre Springerstiefel und sucht Unterschlupf bei ihrer besten Freundin Monica, einem Feger, der alles dransetzt, auf dem heißen Pflaster des nächtlichen Madrids zu verglühen.

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Frank Schulz: "Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien" (SZ)

Per Asbach ad astra

Frank Schulz leidet an der schönsten Krankheit der Saison: "Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien" (SZ, 14.11.01)

Bodo Morten, genannt Mufti, ist achtunddreißig Jahre alt und der ewige Dilettant. Er ist abgebrochener Geisteswissenschaftler, mal einfacher Redakteur, mal stellvertretender Chefredakteur eines Hamburger Anzeigenkäseblattes und halbherziger Ehebrecher. Ein halbes Herz schlägt, ach, in dieser Brust. Selbst die Karate-Karriereleiter hat Morten auf der orangefarbenen Stufe mit einem technisch sicherlich wenig überzeugenden Sprung verlassen. Der ganze Mann ist insgesamt sehr abgebrochen. Unbedingte Hingabe kennt er nur auf einem einzigen Gebiet: Er ist leidenschaftlicher, lodernder und lallender Laienpriester in einem Kult um die heilige Dreifaltigkeit der legalen Rauschmittel Alkohol, Nikotin und Sex.

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Alban Nikolai Herbst: "Buenos Aires. Anderswelt"

Das Oktopus-Opus

Alban Nikolai Herbsts kybernetischer Roman "Buenos Aires. Anderswelt" (NZZ, 01.11.01)

Der Ex-Broker Hans Erich Deters sitzt im Café „Silberstein“ in Berlin Mitte und wartet auf eine Frau. In dem real existierenden Szene-Laden gibt es experimentell zusammengeschweisste Sitzgelegenheiten, einen importierten Sushi-Koch und einen imaginierten Zugang zu einer phantastischen Gegenwelt: Alban Nikolai Herbsts „Anderswelt.“ Die Schnittstelle zu dieser Parallelwelt hat Deters absorbiert, zellularmagnetisch angesaugt oder aus der Realität katapultiert, die genaue technische Prozedur ist etwas verwirrend. Nun beginnt eine Odyssee durch das Wunderland jenseits des Sushi-Tresens.

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