Skip to content

Tobias O. Meissner: "Neverwake" (NZZ)

Das Wunderland hinter dem Flachbildschirm

Tobias O. Meissners Virtuality-Fiction "Neverwake" (NZZ, 03.05.01)

Der Berliner Autor Tobias O. Meissner verfolgt eine verwirrende Publikationsstrategie. Im Herbst 2000 veröffentlichte er mit seinem Roman „Todestag“ ein Werk, dessen Programm die Repolitisierung des Erzählens war und den Lesern vom Verlag als Renaissance der engagierten Literatur angeboten wurde. Pünktlich zum mythischen Kubrick-Jahr 2001 erscheint nun mit dem Roman „Neverwake“ eine Genre-Fantasie über digitale, eskapistische Jugendkulturen, die spielerisch den Cyberspace kartographiert. In „Todestag“ wird ein fiktives Attentat auf den Bundeskanzler verhandelt. In „Neverwake“ lassen minderjährige Helden die Schutzschilder feindlicher Raumschiffe unter dem Dauerfeuer ihrer Laser-Kanonen zerschmelzen und ziehen in wendigen Raumgleitern elegante Bahnen durch simulierte Welten. Meissner tritt durch den Flachbildschirm ins Wunderland. Nach Littérature engagée nun also Cyberpunk. Ein solch gegensätzliches Programm ist zumindest ungelesen in der jüngeren deutschen Literatur.

"Tobias O. Meissner: "Neverwake" (NZZ)" vollständig lesen