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Einar Schleef: "Zigaretten" (junge Welt)

Der Bundesprosaminister warnt

Einar Schleef: Ein Autor mit zwei Rechtschreibfehlern im Namen (junge Welt, 28.07.1998)

Einem Mann sind Ehefrau und Tochter davon. Geblieben ist ihm ein Kaninchen. Ein Mann. Ein Kaninchen. Interessante Ausgangssituation. Kaninchen kann man braten, im Hut verschwinden lassen oder ihnen das Fell über die Löffel ziehen. Schleef ist zu Kaninchen Hypnose eingefallen. Raunend hypnotisiert der Held sein Leid, sich selbst und den Leser gleich mit. Die trauernde, kummerbeladene, ins Nichts geworfene Seele ist eine Bühne, auf der sich manche Hanswurstiade abspielt. Das Kaninchen aber schleppt sich lethargisch von Ecke zu Kiste und zurück, knabbert unbeteiligt an Tapeten, Stuhlbeinen und Zeitungen. Nach einigen Seiten mümmelt auch der Leser an den Seiten, bekommt einen stieren Blick und guckt der kompletten Schleefschen Chose gebannt in ihre Spiralaugen. Ab Seite 30 hätte Schleef mich losschicken und kleine Kinder morden lassen können.

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